Japan 2006

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Im März 2006 besuchte ich meine Freundin Simone in Japan, die sich dort für einen Aufbausprachkurs aufhielt, um mit Ihr zusammen ein für mich damals sehr fremdes Land zu entdecken. Ihre große Erfahrung und Wissen über Land und Kultur half natürlich enorm, bestimmte Eigenheiten besser zu erkennen und zu verstehen.

In der ersten von den beiden Wochen blieben wir in Tokio, wo ich mich tagsüber meist nur begleitet von meinem Lonely Planet durch die Häuserschluchten schlug. In der zweiten Woche besuchten wir ihre ehemaligen Gasteltern in Matsue (liegt im Nordwesten) und sind von da aus über Kioto und Nara wieder nach Tokio zurück.

In diesem kurzen Bericht möchte ich weniger eine genaue Beschreibung der Reiseroute, sondern eher einige Eindrücke und Bemerkungen zu Land und Leuten (Essen, Kultur, Religion ) beschreiben.

Das Essen:

Der gemeine "Wessi" verbindet mit Japan und Essen natürlich "Sushi". Diese Zubereitungsart von rohem Fisch ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber ganz sicher auch wahnsinnig schmackhaft. Die klassische japanische Küche ist im Grundsatz nach recht einfach gehalten, sprich: nicht überwürzt, so dass der Eigengeschmack gut zur Geltung gebracht wird, und eng mit Kultur und Weltanschauung verbunden. Hieraus erklären sich auch die oftmals wunderschön arrangierten Speisen. Über die eher klassischen Gerichte hinaus gibt es natürlich aber auch noch viele weiterer Spezialitäten, die auch dem gewürzgewöhnten Gaumen angenehme Reize verschaffen. Es seien hier z.B. die überaus schmackhaften Suppen (z.B. Ramen) und Nudelgerichte (z.B. Udon, Soba) genannt. Aber auch Schweine-  und Rindfleisch sind überall zu finden (z.B. Sukiyaki).

Die japanische Küche zeichnet sich des weiteren dadurch aus, dass in der Vergangenheit viele neue und zunächst fremde Speisen aus anderen Kulturen übernommen worden und zur Perfektion weiterentwickelt wurden, wie eben zum Beispiel die Nudeln, die man aus China kennen gelernt hat. 

Im Folgenden sind einige Eindrücke aus unseren kulinarischen Entdeckungen gezeigt:

Das erste Bild entstand in einem Ryokan, einem traditionellen Hotel, in dem man es sich so richtig gut gehen lassen kann. In traditionell-japanischer Umgebung (Tatami-Matten, auf dem Boden sitzend) bekommt man zu den Mahlzeiten eine reiche Fülle klassischer japanischer Kleinigkeiten gereicht.

Bei einer anderen Gelegenheit waren wir in einem kleinen aber feinen Sushi-Restaurant. Dort konnte man sich den dann als Sashimi (rohe Fischstücke ohne Reis oder anderen Beilagen) noch am kompletten Tier aussuchen.

Das servierte Resultat sah dann folgendermaßen aus:

Eine weitere typisch japanische Eigenheit ist die Ausstellung der mehr oder wenigen kompletten Speisekarte im Schaufenster, und zwar in Form von detailgetreuen Plastiknachbildungen der jeweiligen Gerichte. Auf diesem Bild einmal allerdings für ein eher untypisches italienisches Restaurant gezeigt:

 

Land und Leute - Tokio:

Die Hauptstadt Japans erfüllt sehr viele Superlativen. Im Großraum Tokio  leben ca. 30 Mio. Menschen auf recht engem Raum zusammen. Trotz dieser Massen an Leuten funktioniert das Zusammenleben (vom weltweit gleich chaotischen Straßenverkehr einmal abgesehen) überraschend gut. Dieses liegt sicherlich zu einem großen Teil an der Wahnsinnsdisziplin der Japaner. Nur so ist zu erklären, dass die zu den Stoßzeiten überquillenden Strassen und U-Bahnen nicht völlig zusammenbrechen.

Im folgenden findet Ihr einige Eindrücke hierzu:

Straßenkreuz in Shibuya:

Tokyo @ night: Es empfiehlt sich auch unbedingt ein Besuch in der Sky-Bar des Park-Hyatt Hotels (siehe "Lost in Translation")

 

Die Toilettengewohnheiten sagen im Allgemeinen sehr viel über eine Kultur aus. Die japanischen Toiletten sind hierfür ein Musterbeispiel: Hightech pur. Von Sitzheizung, eingebauter Pospülung (mit mehreren Sprühwinkeln und -stärken) und automatischer Sitzreinigung und Desinfektion einmal abgesehen, bieten viele solche "elektrischen" Stühle auch noch eine "Camouflage" Geräuschkulisse, (wahlweise auch Wasserrauschen) an.

Das nächste Bild zeigt eine typische Szene in einer U-Bahn: Einer schläft (kein Wunder bei den Arbeits- und Anreisezeiten) und zwei Frauen spielen mit ihren Handys.

Architektonisch hat Tokio natürlich auch einiges zu bieten. Die folgenden beiden Aufnahmen entstanden im Roppongi-Hills Tower, von wo man einen tollen Blick über die Stadt genießen kann.

Die nächsten beiden Aufnahmen entstanden in Shinjuku, einem Stadtteil, wo neben vielen Shoppingmöglichkeiten auch eine Reihe von größeren Geschäfts- und Verwaltungsgebäuden thronen.

Innenhof des Sumitomo Gebäudes                                                      Innenhof des NS Buildings

Was man sich natürlich als Tokio-Tourist nicht entgehen lassen sollte ist ein Besuch auf dem größten Fischmarkt der Welt (i.e. Tsukiji, gesprochen "Zkidschi"). Jeden Morgen gegen 6.00 Uhr werden dort die angelandeten Fische versteigert und bei den Zwischenhändlern in den Nachbarhallen sofort weiter verarbeitet und verkauft.

 

Die Religion:

Die Japaner haben ein inniges, jedoch eher undogmatisches Verhältnis zur Religion. Im Land dominieren zwei Religionen: Der Buddhismus und der Shintoismus (eine Art Naturreligion und die traditionelle Religion der Kaiserfamilie). Oftmals bewegen sich die Japaner zwischen diesen beiden hin und her und manche heiraten dann noch zur Abwechslung westlich angehaucht in einer Kapelle.

So trifft man denn auch vielerorts, auch mal mitten in der Großstadt zwischen ein paar Hochhäusern einen alten Tempel. Wir haben einige davon besucht: In Tokio lohnt sich zum Beispiel ein Ausflug zum Meji-Schrein,  eine große Anlage inmitten des Häusermeers. Des weiteren sollte man den Asakusa Tempel besuchen.

Gemäß den Riten wäscht man sich, bevor man einen Schrein betritt. Hierfür ist in der Regel ein Brunnen bzw. Waschplatz angelegt, wie auf den Bild hier zu sehen.

Im Tempel selbst gibt es auch eine Art Wunschannahmestelle, bei der man seine Wünsche auf kleine Holztäfelchen geschrieben deponieren kann. Man hofft, dass der dem Schrein innewohnende Gott/Geist diese Wünsche sodann erfüllt.

Auf unserer Reise sind wir dann, wie erwähnt, auch nach Kioto gekommen. Die alte Kaiserstadt bietet sehr viele Sehenswürdigkeiten, vor allem riesige und sehr schöne Tempelanlagen, wie auch den nächsten Bildern gezeigt:

Kinkakuji, der goldene Pavillon                                                           Kiyomizu, buddhistischer Tempel 

 

Ginkakuji, der silberne Pavillon

 

Fushimi-Inari Schrein

 

Mit dem Shinkansen sind wir dann noch auf einen Abstecher nach Nara und dort zum Todaiji-Tempel, wo die mit 16,2 m Höhe und 452 t Gewicht größte bronzene Buddhastatue der Welt zu bestaunen ist.

Eine weitere Sehenswürdigkeit dort ist der Kasuga Schrein, der mit über tausend Laternen (aus Bronze und Stein) "ausgestattet" ist.

 

Eine sehr interessante Begegnung hatten wir dann noch im Izumo Taischa, einen der größten und bekanntesten Shintoschreine Japans, in der Präfektur Shimane (in der Nähe von Matsue). Dort konnten wir einer traditionellen Hochzeitszeremonie beiwohnen.

 

Japan ist definitiv eine Reise wert, aber es lohnt sich wahnsinnig, wenn man einen wissenden und verstehenden Guide dabei hat ;-)

 

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